Erfahrungsbericht zum Bruch des Schlüsselbeins

Beim Snowboarden habe ich mir vor Jahren mal mein rechtes Schlüsselbeins gebrochen. Passiert ist das bei einem Sprung in den Hang ("Landung" kopfüber auf der Schulter und Hals). Nach der Diagnose (Fraktur der Clavicula) wollte ich mehr darüber erfahren. Im Internet fand ich, bis auf wenige Ausnahmen, für meinen Geschmack zu wenig Infos darüber.

Inhalt

Vorwort

Merke: Ich bin kein Arzt und gebe in dieser Sache nur meine persönliche Meinung bzw. meine gemachten Erfahrungen wieder.

Folgendes wollte ich eigentlich auf die Schnelle erfahren:


  • Wie lange dauert die Heilung?

  • Wann muss operiert werden?

  • Welche Behandlungsmethoden gibt es?

  • Was kommt auf mich zu?

Sportfreunden mit dem gleichen Problem möchte ich hier Empfehlungen, einen Erfahrungsbericht (ohne Operation) und  gesammelte Infos zu diese häufigegen Sportverletzung anbieten. Außerdem weise ich auf eine Operationsmethode hin, die mir von den behandelnden  Ärzten nicht genannt wurde. - Es sollte sich herausstellen, daß meinen Ärzten dieses Verfahren auch nicht bekannt war.

Besonders informativ fand ich folgende Links:

Schluesselbeinbruch_Wikipedia

Claviculafraktur

schluesselbein-info 

Meine Empfehlung zuerst, besonders wenn Du einen glatten Bruch hast:

Nach der Diagnose in einem Krankenhaus:  Verliere keine wertvolle Zeit! 

Wenn man Dir im Krankenhaus sagt:

"Kommen Sie in einer Woche wieder. - Wir gucken uns das dann nochmal an ..."

Verplemper damit keine Zeit! Besorge Dir sofort bei Deinem Hausarzt (oder sonst wo) eine Überweisung in die Kölner Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, mache einen Termin, lasse Dich DORT von motivirten Spezialisten beraten und behandeln. Mache das so früh wie möglich bzw. mindestens innerhalb der ersten Woche nach dem Bruch. Nach 10-14 Tages ist es für einen Eingriff zu spät. Verzichtest Du darauf, wirst Du es eventuell bereuen. Der Knochen soll dann, während er sich ständig bewegt, krumm und schief zusammenwachsen. Besonders bei einem glatten Bruch ist die Prevot-Nagelung die erste Wahl um schnell wieder gesund zu werden. Bei einem glatten Bruch ist die sog. konservative Behandlung nach dem was ich erlebt, gelesen und von Spezialisten gehört habe, eine Zumutung. Keiner meiner behandelnden Ärzte hatte jemals von der in Köln praktizierten Methode gehört - Auch mein Orthopäde nicht (!). Kümmere Dich also selber um die Angelegenheit.

Ein Bruch des Schlüsselbeins ist für ein paar Tage ziemlich schmerzhaft (3-7 Tage) Die Bewegungsfreiheit während der Heilung ohne OP ist sehr stark eingeschränkt (nein, -es ist kein richtiger Sport möglich, nach ein paar Wochen erst wieder leichte Trainingseinheiten auf einem Stairmaster o.ä.) Das Ganze dauert 6-8 Wochen (abhängig vom Alter) Erst in 4-6 Monaten ist der Knochen wieder belastbar.

Die meißten Ärzte scheinen eher selten operieren zu wollen. In meinem Fall stand sogar ein  großer Splitter senkrecht, weit über die Bruchenden hinaus. Dennoch hat man mir nicht sofort zu einer Operation geraten - Das sollte ich noch bereuen. Bei einem einfachen Bruch (ohne Splitter o.ä), solltest Du dich um die o.g. Koelner-Methode kümmern.- Ohne wenn und aber!Bei mir wäre die Prevot-Nagelung nicht in Frage gekommen, hätte mich aber gerne in Köln operativ mit einer Platte versogen lassen. Als ich informiert war, war es zu spät für eine Operation. Mit der Nagelmethode behält der Knochen später auch seine nätürliche Form. Das ist ohne Operation nicht der Fall. Mit OP (biologische Platte) hätte ich mir viel Zeit, Schmerz und Ärger erspart. Mit einem kleinen Eingriff wäre der Knochen schnell wieder gerichtet gewesen - So soll es übrigens vielen Leuten ergehen, die erste nach Recherchen im Internet auf die Spezialisten in Köln stoßen. In jedem Fall solltest Du dich innnerhalb der ersten 10-max. 14 Tage (besser früher) in Köln beraten und behandeln lassen. In bessere Hände wirst Du meiner Erfahrung nach nicht mehr kommen. Ich war dort leider zu spät. Auf  schluesselbein-info gibt es dazu weitere, ausführliche  Erfahrungsbericht von Betroffenen. O.g. OPs werden von der Krankenkasse übernommen. Die ersten Tage nach einem Bruch kann man sich nicht annähernd vernünftig bewegen. Bei der Nagelmethode soll man nach 3-4 Tagen schon so weit sein, wie die guten Behandlungsergebnisse ohne OP nach 3-4 Wochen.

Ohne OP ist ist der Knochen danach (hoffe ich) so stabil wie vorher, etwas verkürzt und weist eine Verdickung bzw. Verformung auf. Die Verkürzung sollte nicht zu einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit führen. Wenn man bedenkt, dass das Schlüsselbein ein besserer Abstandhalter, und ein Bruch des selben eine relativ harmlose Knochenfrakturen ist, ist das eine ziemlich lange und schmerzhafte Angelegenheit, bei der man mit Sicherheit seine sportliche Ausgangsform verlieren wird.

Selbstüberschätzung und Leichtsinn als Ursache

Nach 12 Tagen Schneebrettfahren in den französischen Trois Vallees waren die Hänge am Skikarussell in Winterberg eigentlich nur bessere Übungshänge.

Da der besagte Winterurlaub nur ein paar Tage zurück lag, ich mich noch sehr sicher fühlte und alle Tricks auf Anhieb klappten, sah es nach einem lustigen Tag aus. Hier war für mich die Sache klar. Ich war mir absolut sicher und hatte mir nicht einen Gedanken über ein langsames Herantasten an diesen kleinen Sprung gemacht. Der folgende Sturz hat mich eines Besseren belehrt.

Rappeln in der Schulter

Das knirschende Rappeln in der Schulter und die automatisch eingenommene Schonhaltung des rechten Arms, wiesen bereits auf ein gebrochenes Schlüsselbein hin. Man merkt zwar, dass da etwas nicht stimmt, kann mit dem Arm auch nichts mehr anfangen, deutliche Schmerzen hatte ich in diesem Moment aber noch nicht. Nachdem mir Christian beim Abschnallen geholfen und mein Snowboard genommen hatte, ging es zu Fuß über die Piste zu den Sesselliften. Nach ca. 30 Minuten Fußmarsch auf der glatten Piste war der Schmerz schon etwas stärker. Und die 2 Stunden Autofahrt nach Bochum brachten auch nicht wirklich Linderung, so dass ich, als wir schließlich im Krankenhaus ankamen, weitestgehend bewegungsunfähig war (zumindest obenrum).

Die Röntgenaufnahmen zeigen deutlich den Bruch des Schlüsselbeins. Es war ein Bruch mit einem Splitter. Der behandelnde Arzt beratschlagte sich kurz mit seinem Kollegen und man einigte sich darauf, es eine Woche mit der konservativen Behandlungsmethode zu versuchen. Diese besteht aus einem sog. Rucksackverband der die Schultern nach hinten zieht und die gebrochene Clavicula so annähernd in der richtigen Position fixiert. So soll ein verkürztes Zusammenwachsen der Knochenenden verhindert werden. Absolut ruhig stellen – wie für eine optimale Heilung wünschenswert – kann der Rucksackverband den Bruch aber nicht.

Nach einer Woche wollte man über eine mögliche Operation (bei der die Knochen mit einer Metallplatte fixiert werden) entscheiden. Beim Anlegen des Verbandes wurden die Knochen wieder auseinander gezogen. Das war der Moment, in dem ich um Schmerzmittel gebeten habe. Angeblich bekam ich dabei eine Gesichtsfarbe wie ein Glas Vollmilch. Danach, mit Rucksackverband und Schmerzmitteln in der Tasche (Ibuprofen), konnte ich das Krankenhaus verlassen. Was mich noch viel Ärger kosten sollte, war die Tatsache, dass die einzige Information, die man mir mit auf den Weg gegeben hat, war: "Kommen Sie in einer Woche wieder".

Von den behandelnden Ärzten in der Bochumer UNI-Klinik Bergmannsheil (Poliklinik) habe ich mich relativ gut beraten gefühlt. Leider sah es mit den Kräften am Empfang der Poliklinik anders aus. Für diese schien bereits die Aufnahme meines Geburtsdatums eine Herausforderung zu sein.

Direkt nach der Aufnahme als Notfallpatient hätte ich z.B. folgende Information dringend gebraucht: "Gehen Sie nun zum Hausarzt, lassen sich dort eine Überweisung zum Orthopäden geben und kommen mit einer Überweisung vom Orthopäden dann nächste Woche wieder zur Kontrolle zu uns". - Klar, wie soll das bei Menschen möglich sein, die schon beim Buchstabieren ins Holpern geraten? 

Von einer nötigen Überweisung habe ich aber erst am Tag der Kontrolluntersuchung gehört (eine Woche später). Das Wort Orthopäde fiel für mich nach achzehn Tagen das erste Mal! Das war  genau der Zeitpunkt, als ich brav meine Überweisung vom HAUSARZT bei der o.g., patzig reagierenden Dame nachreichen wollte. Hektisch verwies sie dabei auf einen von mir unterschriebenen Zettel, den ich zwischen Tür und Angel, unter Einfluss von Schmerzmitteln habe unterschreiben müssen. Für mich war das der Anfang einer wilden Überweisungsorgie, die mir die Qualität des deutschen Gesundheitssystems hat deutlich werden lassen.

Die Sache mit der Armschlinge bzw. dem Dreiecktuck

Gelegentlich sollen Ärzte ihren Patienten mit einem Schlüsselbeinbruch eine Armschlinge verpasst haben. Eine Armschlinge um den Hals kann ich nicht empfehlen.

Unmittelbar nach dem Unfall wollte ich meinen rechten Arm zur Entlastung in eine aus dem KFZ Erste-Hilfe-Kasten gefertigte Armschlinge ablegen. Interessanter Weise war die aus dem Dreiecktuch gefertigte Armschlinge ungeeignet, weil sie viel zu kurz war. Mit einer Körpergröße von 1,88 m und relativ langen Armen, hätte ich mir die Schulter ausrenken müssen, um da mit dem Unterarm hinein zu passen. Eine entlastende Schonhaltung war damit nicht möglich. Grosse Menschen sollten das mal ausprobieren um im Ernstfall eine verlängerte Version zur Hand zu haben.

Wie sich später herausstellte, war das nicht weiter schlimm. Eine Armschlinge wird ja um den Hals getragen. In der Nähe des Halses befindet sich auch die druckempfindliche Bruchstelle und die schmerzende Schulter. Besonders mein toller Kassen-Rucksackverband aus einem relativ schmalen Verbandsschauch drückte bereits wegen der kleine Auflagefläche und dem Knoten auf die Halswirbelsäule. Das verursachte zusätzliche Schmerzen und Verspannungen. Die lädierte Schulter und die total verspannte Nackenmuskulatur können in diesem Zustand eigentlich keine weitere Belastung vertragen.

Die angenehmste Variante war es für mich, die Hand in Hüft- bzw. in Gürtelhöhe zu fixieren. Die Hand unter den Gürtel oder den Daumen in die Gürtelschlaufe zu stecken war für mich noch am angenehmsten. Vielleicht kann es auch sinnvoll sein, das Handgelenk über eine wie auch immer geartete Konstruktion am Gürtel einzuhängen. - Dafür müsste man sich aber etwas basteln.

Die erste Woche nach der Diagnose

Die Schmerztabletten sollte ich 3 x am Tag einnehmen. In manchen Fällen sollen die Schmerzen bis zu einer Woche andauern. Bei mir waren nur die ersten drei Tage ziemlich unangenehm. Auf dem Rücken kann man ganz gut schlafen (von dem Knoten im Rücken mal abgesehen), aber schon das Aufrichten aus dem Bett und kleine Kopfdrehungen waren stets von  verhaltenem Wimmern begleitet. Am Anfang sollte man erst gar nicht versuchen, ein T-Shirt anzuziehen. -Verzichte darauf und nimm einen weiten Pulli, streife ihn erst über den betroffenen Arm und lasse dir von einer Hilfsperson beim Rest helfen. Ich habe z.B. die ersten drei Tage den Arm nicht durch einen Ärmel gestreckt, sondern habe ihn nur abgewinkelt unter dem Pulli getragen. - Betroffene werden wissen was ich meine ...

Der OP entgangen, aber ...

Mit einem Splitter im Bruch wird i.d.R. operiert. Bei mir war das Fragment recht groß (auf der Abbildung das senkrechte Stück). Ohne OP kann das Stück auch wieder mit den Bruchstelle verwachsen. Vorerst soll sich da ein Knubbel aus sog. Callus bilden. Diese Verdickung soll sich später wieder etwas zurückbilden. Den "Streckverband" habe ich die erste Woche konsequent, so stramm wie möglich getragen. Dazu hatten die Ärtzte mir geraten. Jeden Tag musste der Knoten geöffnet und nachgezogen werden. Dafür braucht man übrigens einen Helfer. Das zumindest halbwegs positive Resultat der unangenehmen "Schulterverspannung" ist auf dem Röntgenbild zu sehen. Die Aufnahme wurde genau eine Woche nach dem Unfall gemacht. Die Knochen waren nun wieder einigermaßen auseinandergezogen, der Splitter stand aber noch da wie eine Eins. Der behandelnde Arzt hatte wohl, nach eigener Aussage, ein schlechteres Ergebnis erwartet und kommentierte das mit "Ich würde das so lassen!". - Für mich zu diesem Zeitpunkt eine angenehme Nachricht, denn ein Krankenhausaufenthalt hätte schließlich ca. 4-5 Tage gedauert. - Obwohl das eine relativ unkomplizierte Operation sein soll, hätte die Platte ja auch wieder heraus gemusst. - Dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt!

Später musste ich die Sache mit dem Rucksackverband in Frage stellen. Nur so viel: Der ist für die ersten 1-2 Wochen für eine Ruhigstellung und somit zur Schmerzlinderung gut. Welche Rolle das Teil bei dieser ansastzweisen Reponierung (med. Wiederherstellung der korrekten Lage) spielt, kann ich natürlich nicht sagen. Jedenfalls habe ich, nach der Beratung in Köln, das Ding nach 20 Tagen weggelassen und zumindest die aufgescheuerten Hautstellen, die Schwellungen am Arm und die Verspannungen  im Nacken wurden besser.

Um alles sollte man sich selber kümmern

Als Kassenpatient bekommt man nur die billigste Versorgung (vgl. Bericht vonschluesselbein-info ). Der Rucksackverband besteht dann aus einem mit Verbandswatte ausstaffierten Verbandsschlauch. Dieser wird, wie auf dem Bild zu sehen, um die Schulter gespannt und am Rücken verknotet. Das Verbandsmaterial wird unter den Achseln hinduchgeführt und riecht nach mindestens dem dritten Tag etwas streng. Im Krankenhaus bekam ich nur auf Nachfragen einen Verbandsschlauch zum wechseln. Weil es sich um keinen Betriebsunfall handelte, müsse ich nun zum Hausarzt. - Diese Aussage bekam ich im bochumer Bergmannsheil an der Aufnahme der Poliklinik zu hören und bezog sich wohl eher auf den noch folgenden Überweisungswahn. Dadurch bin ich nicht nur NICHT vom Hausarzt zum Orthopäden gekommen, sondern habe auch wertvolle Zeit für eine, zu diesem Zeitpunkt noch mögliche OP verloren. Eine OP ist nämlich nur kurz nach dem Bruch möglich. Auf weiteres Nachbohren habe ich die gemachten Röntgenbilder für meinen Hausarzt (!) mitnehmen können.

Der improvisierte Rucksackverband aus dem Krankenhaus

Der Rucksackverband sollte, wie bereits erwähnt, stramm getragen werden. Ist er zu locker, nützt er vermutlich nichts. Dabei wird schnell die Blut-und Lymphversorgung zu den Armen abgeklemmt, der Knoten im Rücken lässt einen nicht gut schlafen und ich hatte zusätzlich Beschwerden unterhalb der Halswirbelsäule. Meine Hände und Unterarme (besonders die rechte Hand) sind angeschwollen und haben gespannt. Bis auf den Knoten im Rücken schienen mir die zusätzlichen Beschwerden durch den schmalen, stramm angezogenen Verbandsschlauch zu kommen.

Der Rucksackverband vom Fachmann

Weil besagter Rucksackverband aus geknoteter Mullbandage unhygienisch ist, eine schlechte Druckverteilung verursacht und unpraktisch in der Handhabung ist, habe ich im Internet nach Alternativen gesucht. Nach etwas Googeln nach "Rucksackverband" und "Clavicula" habe ich mir bei Rakers Medizinbedarf  telefonisch den "Rucksackverband, für Clavicula-Frakturen Gr. 4 XL" von Miro bestellt. -Die Bandagengröße richtet sich nach dem Brustumfang. Nach einer freundlichen und fachkundigen Beratung wurde die Bandage prompt nach nur einem Werktag geliefert. Mit einem Rezept von meinem Hausarzt (der wusste gar nicht, dass es so etwas gibt) musste ich nur einen Eigenanteil bezahlen. Die Bandage kann ich mit etwas Übung auch alleine anlegen; sie drückt nicht punktuell auf die Halswirbelsäule, ist auswaschbar und positioniert die Schulter viel besser als der Schlauch aus der kassenärzlichen Notversorgung. Natürlich bietet diese Bandage auch einen höheren Tragekomfort. Nur die Klettverbindungen müssen öfters nachgezogen werden als es vorher mit dem verknotetem Schlauch der Fall war. Kleines Manko ist der nach wenigen Tagen scheuerne Klettverschluss. Ich habe das nicht wie auf schluesselbein-info beschrieben durch Ändern der Form gelöst, sondern habe einfach Papiertücher unter die Stellen gesteckt.  So scheuerten die überstehenden Enden nicht mehr auf der Haut. Ich kann übrigens den Eindruck bestätigen, dass eine neue Bandage anfangs öfter nachgezogen werden muss als eine Bandage, die man schon ein paar Tage genutzt hat ( vgl. schluesselbein-info ).

Eingeschränkte Bewegungen sind ohne Belastung schnell wieder möglich

Bei der konservativen Behandlung (keine OP) wird die Schulter nach hinten gezogen und am besten noch so weit wie möglich fixiert. Zusätzlich sollte man sich so wenig wie möglich bewegen. Mit Verband darf man den Arm bzw. Unterarm sogar theoretisch bis in die Waagerechte anheben. Alles was darüber hinaus geht, zieht am Schlüsselbein. Eine sehr eingeschränkte Bewegungsfreiheit ist nach ein paar Tagen wieder hergestellt und Schreibtischtätigkeiten sind dann wieder möglich. - Kraft kann über den betroffenen Arm aber nicht ausgeübt werden. Wer seine Brötchen also vorwiegend mit körperlich Arbeitet verdient, ist i.d.R. arbeitsunfähig und würde die Heilung duch Bewegung bzw. Belastung verhindern.

Protokoll

15 Tage nach dem Bruch: Habe ich das Gefühl, dass die Knochenenden nicht mehr aneinanderscheuern.

 17 Tage nach dem Bruch: Ich kann mich schon recht gut und schmerzfrei bewegen. Dann bleibe bei einer lächerlichen Aktion mit dem Ellenbogen an etwas hängen. Schmerzhaft wird der Arm und die Schulter nach vorne gedrückt. Es scheint sich wieder etwas gelöst und verschoben zu haben. Mit dem Finger kann man die sich wieder bewegenden Knochen ertasten die mitlerweile eine kantige Ausbuchtung auf der Haut ergeben. Die Knochenenden reiben wieder aneinander. Das Ganze kommt mir wie ein schlechter Witz vor und ich ärgere mich über die unvollständige Beratung in den ersten Tagen der Verletzung. -Ich hätte nach Köln fahren sollen um mir einen Nagel ensetzten zu lassen statt dieses abschnürende Ding zu tragen!

 18 Tage nach dem Bruch: Die Knochenspitze drückt stechend unter der Haut und der Orthopäde meinet "das kann auch duch die Haut stoßen, -da müssen wir vorsichtig sein. Wir warten aber mal noch eine Woche noch ab" .Der Riemen des Rucksackverbandes liegt auf der Kochenspitze die deutlich unter der Haut zu sehen ist. -Ein wunderbares Gefühl wenn die spitzen Knochenenden aneinander reiben und unter die  Haut drücken!

Ich habe die o.g. Überweisungsorgie noch nicht ausgestanden...

19 Tage nach dem Bruch: Habe in Kölner Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie angerufen und einen Termin für den Folgetrag bekommen. Mein erster Eindruck: Alles freundliche, hervorragende Spezialisten. - Ich bin gespannt...

20 Tage nach dem Bruch: In der Kölner Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie wird der himmelweite Unterschied klar. Bei einem Bruch des Schlüsselbeins kann man nicht in besseren Händen sein! Hier wird auf innovative Operationstechniken und reichlich Erfahrung zurückgegriffen. Ich werde von Dr. Jubel  gründlich untersucht und informiert. Leider ist es nach 20 Tagen für mich zu spät für eine Operation.

24 Tage nach dem Bruch: Die deutlich sich-und tastbare Knochenspitze sticht unter die Haut. Die Haut spannt sehr unangenehm darüber und reibt. Habe das Gefühl, das Ganze sei darunter zwar schon irgendwie fester, aber es "verrutscht" gelegentlich etwas (der Splitter?).

29 Tage nach dem Bruch: Die Beweglichkeit ist deutlich gestiegen. Leichtes Joggen mit angelegtem Arm ist möglich. Der herausstehende Knochen stört und reibt.

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Mike

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